LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Silenz bis a(n) sin (Bd. 4, Sp. 220a bis 221b)
 
Silenz (s-), Zilenz M.: «überwachtes Abendstudium» — vu 5 bis 6 (Auer) as S.
 
Sill F. — Var. von Séil (s. d.).
 
Sillsekelchen M.: «Hodensack» (C) — cf. Somsak.
 
Sillen Pl. F. oder N. (?): «Siele» — dazu: Sillschäit N.: «Sielscheit».
 
Silo (/silo, /zilo), Zilo (/tsilo) M.: «Silo» (für Getreide, Erz usw. — spöttisch für d. Hochhaus auf Kirchberg) — mir fuere mat der Fruucht op Miersch an de S.
 
Siluett (s-), Ziluett F.: «Silhouette, Schattenbild».
 
Silvaner (s-), Zilvaner M.: «Sylvaner» (Reb- und Weinsorte) — cf. Risling-Silvaner.
 
Sim (zi:m) M. — s. Säm.
 
Simejon männlicher Vorname: «Simeon» — cf. Jon, Simmchen, Zimm, Zimmchen.
 
Simili (s-), Zimili M.: «Simili» — dat as kee richtegt Lieder, 't as S. — dazu: Similiklischee M. — cf. Cliché.
 
Simms. Simmchen.
 
simmelens. sameln.
 
Simmchen, Zimmchen männlicher Vorname: «Simon» — cf. Zimm(chen).
 
Simmer(en) ON.: «Simmern» — Dorf und Gemeinde Simmern, Kanton Capellen — 307 — als attrib. Adj.: déi Simmer Leëndecker, déi Simmer Fiiss — dazu: Simmerschmelz F.: «Simmerschmelz» (Stellenbez.).
 
simmeren I trans. Verb.: 1)s. sameln; 2) (lok.) «Ähren lesen» — cf. glannen; 3) «aufräumen» — wat simmers de do? — cf. sënneren.
 
simmeren (Var.: siemeren — zi/emərən) II intr. Verb.: «summen» (vom Wasser, wenn es anfängt zu sieden) — cf. sidd(e)ren, séimeren sub 2) — d'Waasser simmert nach ëmmer — de Kessel simmert — Abl.: Gesimmers N. — mat deem Gesimmers elo kriss du zeliewen d'Fleesch nët mëll.
 
simmeren III, simmerzen intr. Verb.: «ranzig werden, (scharf) schmecken» (z. B. von Speck im zweiten Jahr gesagt) — dazu: simmerzeg Adj.: simmerzege Botter — cf. ranzeg sub 1), schmecksen.
 
Simon (oft wie frz., Ton: 1) männlicher Vorname: «Simon» — s. auch: Simmchen.
 
simpathesch (s-, Ton: 2) Adj.: «sympathisch» — e simpathesche Mënsch.
 
Simpathi (s-), Zimpathi (Ton: 3) F.: «Sympathie» — S. fir een hun.
 
Simshuwwel (lok.) M.: «Profilhobel»;
 
Simskachel (lok.) M.: «Nachttopf» —cf. Pottschamb, Kachel III.
 
Simskoandel (lok.) M.: «bei Wirtshäusern, primitive Vorrichtung zum Harnen» (besteht aus einer Dachtraufe).
 
simsen intr. Verb.: «harnen» (nach C im Norden des Landes).
 
Simulant, Simëlant (s-) M.: «Simulant».
 
simuléieren, simëléieren (s-) trans./ intr. Verb.: 1) «vortäuschen»; 2) (lok.: Wormeldingen) «irre reden» (im Rausch, im Fieber) — substantiv.: en as um S.
 
sin (lok.: sën, Echt.: säin — Konjug.: Ind. Präs.: ech sin, du bas, hien as, mir sin, dir sid [sëd, säid, seid], si sin; Ind. Prät.: ech war, wor, woar; Konj. Prät.: ech wir, wiër, wär, wéier; Konj. Präs.: sief; Part. Prät.: gewiescht [lok.: gewiest, gewies, geweest, gewiässt]; Imperativ: sief [lok.: sëf, séi, Nösl.: bas], loosse mer sin, sieft [lok.: sëft, sid, sëd, séid, säid] — zur geographischen Verbreitung s. BGra. Karte 15 und LSA Karten 14, 15, 24, 40, 101, 118, 173 — Das Verb. «sin» dient im Sprachgebrauch, in Verbindung mit einem Adj. oder einem Subst., dazu eine Eigenschaft, einen Zustand, einen Stand, also ein «Sein» zu bezeichnen, auch Hilfsv.: «sein» — ech war krank, elo sin ech erëm um Dill — den Auto as futti, kapott — d'Schrauf as lass — de Kostüm as erëm ewéi nei — bas de weis? — bas de domm? — bas de gedeeft? — si as al — si as anescht (schwanger) — d'Schwäi si gefiddert — d'Grompre si geschielt — d'Mëllech as iwwergelaf — e war voll, tibi (betrunken) — en as vun näischt hier — mir waren am Leed — bas de wuel roueg! — sief dach roueg! (Nösl.: bas dach ru-ig!) — et sief (dann)! — nu sid schéi brav! — dir sid mer der! (ihr seid seltsame Käuze) — e war bei den Zaldoten, elo as en an der Douane — en as Geeschtlech(en) — séng zwéi Jonge si Professer — mir sin op dëser Welt nëmme geléint — ech sin dës (dees) midd (überdrüssig) — dat as [Bd. 4, S. 221] em gutt! (mit Schadenfreude gesagt, oft mit dem Zus.: op der [dommer] Schnëss — ihm ist recht geschehen, er hat sein Unglück selbst verschuldet) — stolz, prahlend: mir si mir (auch iron. gebraucht) — säi Mononk as an Amerika — wie war dat? — hie war et nët, wann en et gewiescht wir (wär), da géif en et soen — mir wëlle bleiwe, wat mer sin (die Devise der Luxemburger nach einem patriotischen Lied von Michel Lentz — 1859) — si si (zi: zi) béis, frou, gutt mateneen — si sin nët méi beienaner (beieneen — die beiden Ehepartner leben getrennt) cf. weiter unten: ausnernee, vunenee sin — 't as een ewéi en Handkesselchen; — in der dritten Pers. des Sg., unpersönlich angewandt: 't as geroden, gefeelt, geschass! — 't as gutt esou! — 't as näischt, manner (besser) wéi näischt — 't war hënt kal — 't as Wanter — et as mer leed (es tut mir leid, ich bedauere es — ech sin ës leed — bin dessen überdrüssig) — ablehnend: a wat (gedehnt) as! — wéi as et? (wie geht es dir?) Antwort: 't as alt esou — 't as mer schlecht, nët gutt — wat as dat e Misär! — et as wéi et as! (die Lage, das Ergebnis ist nun leider einmal so) — ironisch: as eppes? — as soss nach eppes gefälleg? — esou as et (so ist es) an nët anescht! — wann et alt as! (ich zweifle daran) — a wann et nët esou wär? — elo as et dees grad genuch! — öfters auch elliptisch: bas de? — si mer? (d. h. fertig, bereit) — bas de bal? (hörst du endlich auf damit, auch: bist du bald fertig?) — beim Spiel: bas de mat? (spielst du mit?) — u wiem as et? (an wem ist die Reihe? z. B. beim Spiel, beim Verteilen) — 't as elo un dir — beim Versteckspiel (Ruf des Suchers): as et? dazu die Antwort d. Mitspieler: (hee!) 't as (gedehnt: 't a-a-s) — beim Fangspiel, man gibt dem Partner einen leichten Schlag und sagt: du bas! — beim Spielen: wien as? (wer ist gefangen? — wer muß? z. B. suchen, fangen) — looss dat sin! (laß das bleiben!) — et ('t) si Leit (es gibt Leute), déi soen . . . — mäi Gott, 't si Leit wéi déi aner! — et as (sin) der vill (scil.: Leit, Saachen) — in Verbindung mit dem Hilfsverb gin zur Bildung der passiven Form in der Vergangenheit: si si gëschter bestuet gin — en as mat dräi Häre begruewe gin — dir waart gesi gin — auch aktive Konjug.: si si komm, gaang, bliwwen, gefuer; — in Verbindung mit Präp. ergeben sich Redewendungen mancherlei Art, oft elliptisch (hier alphabetisch geordnet, doch siehe auch unter dem jeweiligen Stichwort): ab sin (beim Spiel, beim Abzählen) — du bas ab!; a(n) sin — hien as an (ins Haus gegangen) — sin d'Kéi an? (im Stall?) — d'Kanner si schons an (scil.: an d'Schoul) — an der Mosel gebraucht: si sin an (die beiden, mehrere sind [zu einer Feier] in die Stadt gegangen);

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut