LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Wick bis widderleën (Bd. 4, Sp. 444a bis 445b)
 
Wick II, Wéik, Wéck F.: «Schneewehe» — d'Autoë sin an de Wicke stieche bliwwen.
 
Wick III, Wéck (meist im Pl.: Wicken) F.: «Wicke» (Futterpflanze — Vicia) — wëll W. (Vogel- und Zaunwicke — Vicia cracca u. sepium).
 
Wickelgamasch F.: «Wickelgamasche».
 
Wickwann F. — s. Widdwann.
 
Vidange (wie frz., Ton: 1) M.: 1) «Ölwechsel» (Auto) — lok. Rümelingen (F. wie im frz.): maach déng V.! (tu, was du nicht lassen kannst!); 2) «Leergut» — de V. gët nët méi erëmgeholl.
 
Widd (Pl. Widden, Witten, lok.: Widen) F.: 1) «etwa fingerdicker Schössling oder Zweig (Birke, Hagebuche, Eiche, Haselnuß, Weide) zum Binden (z. B. von Faschinen, dünnen Stangen, auch gelegtl. Gras, Grünfutter); um den Zweig geschmeidig zu machen, dreht man ihn um sich selbst u. klemmt ihn dazu unter den Arm, bei stärkeren Zweigen unter den Fuß»; 2) «Weidenrute» (C: Witten nannte man an der Mosel die Traggurten an den Tannenhotten zum Trauben- und Weintragen; sie bestanden aus geflochtenen langen Weidenruten; et mussen nei Witten un déi Hatt kommen, déi al sin un de Réng ofgeschauert) — dazu das Dim.: Widdchen F.: «Weidenrute» — d'W. ze schmaache kréien (Prügel bekommen).
 
widdeg, -ig (lok. Manternach: wutig) Adj./Adv.: «wütend, ungestüm» engem widdegen Hond muss een eppes an d'Zänn rennen — e war wéi w. fir fortzekommen — rosen a w. — wéi de widdege Wand (cf. wënneg II) — sief nët esou w.!
 
Widdeldewäppchen M. — s. Wibbeldewapp.
 
Widdem M.: 1) «lebenslängliche Nutznießung, Wittum» — d'Fra huet den halwe, de ganze W. drop — de Monni Iwwerlaascht hat e W. um Haus (der ledige, manchmal ungern gesehene Oheim hatte ein Wohnrecht); 2)kurz für: Kiirchewiddem (s. d.).
 
Widder I M.: «Widder» — e Kapp wéi e W. — dafür auch: Widderbock M., Schofwidder M.
 
Widder II M.: «hydraulische Pumpe» — cf. sub hydraulesch.
 
widder I Konjkt. — s. weder — ech kann e w. hiewen nach dron — w. Usch nach Wéi (son) — w. bäi nach no.
 
widder II, widdert Präp. (Adv. nur widder): 1) (mit Akk.) «gegen, wider» — du kanns nët derfir widder(t) e Bam lafen, eng Mauer (lok Echt. den Dënzel) rennen — 't as fir w. d'Stadhaus ze lafen! — lo si mer vir bäi an hanne w., hannebäi a vir w. (jetzt sitzen wir arg in der Klemme) — 't as ewell laang näischt Gutts méi w. mech gelaf (mir nichts Gutes mehr widerfahren) — hatt huet sech fest w. e gedréckt — w. mäi Wëllen (gegen) — ech si w. d'Gelänner gefall — eppes w. eng Mauer klaken — dat Framënsch as esou knaschteg, wann s d'et w. eng Mauer klaaks, (da) bleift et hänken (pechen) — sehr verächtlich: 't as keen Hond, dee w. e pisse geet — 't geet mer w. d'Gemitt — w. Urtel a Recht; 2) (mit Dativ) «neben, anstoßend» — ech souz widdert him — 't läit widder(t) sénger Nues an e fënt et nët — e stoung jhust widder(t) mir (genau neben mir) — de Gaart läit w. dem Haus — cf. derwidder.
 
Widder- / widder- -bockeg Adj.: «eigensinnig»; -buuscht M.: 1) a. «widerborstiger Haarwirbel»; b. «Stirnhaar des Pferdes» [Bd. 4, S. 445] (lok.); 2) «widerborstiger Mensch»; -buuschteg Adj.: «widerspenstig»; -defer M.: «Wiedertäufer» — 't as een ewéi e W. (von einer verstockten Person gesagt) — e gleeft souvill wéi e W.; -enän, -eneen Adv.: «an-, neben-, gegeneinander» — d'Haiser leie w. — in mehr oder weniger festen Zussetz. z. B.: w.-drécken trans./refl. Verb.: «(sich) aneinander drücken»; w.-goen, w.-rennen intr. Verb.: «zusammenstoßen» (von Fahrzeugen) — cf. widderrennen; w.-stoen intr. Verb.: «dicht zusammenstehen»; w.-stoussen trans./ intr. Verb.: «zusammen-, aneinanderstoßen» — cf. unenän; -fälleg, -ig Adj.: 1) «rückfällig» (von einem Kranken gesagt) — en as w. gin — cf. réckfälleg; 2) «gegenteilig, widersprüchlich»; -fueren intr. Verb.: 1) (Ton: 3) «widerfahren» (Part. Prät.: widderfuer) — 't widderfiirt dir nach allerhand, éiers de zu (déngen) alen Dee (Dege — Tagen) stiirfs (C) — a wat as dir da widderfuer? 2) (Ton: 1) «auffahren» (Part. Prät.: widdergefuer) — en as widdergefuer — cf. -goen; -gëllen (Ton: 3) intr. Verb.: 1) «widerhallen» — den Amboss widdergëllt am ganzen Duerf (der Hammerschlag auf dem Amboß) — 't huet am ganzen Duerf widdergëllt (Nösl.: widdergollt); 2) «zurückprallen» — den Hummer widdergëllt um Ampes (beim Aufschlag prallt der Hammer zurück) — d'Hëtzt widdergëllt vun der Mauer; -glaf (lok.) M.: «Aberglaube» — cf. Awerglaf; -gläweg, -glewig Adj.: 1) «abergläubisch» — cf. awergläweg; 2) «ungläubig» (lok.) — sou e widdergläwegt Kand hues de nach nët gesinn; -goen intr. Verb.: «aufprallen» (Autofahrer) — en as scho fir d'drëtt widdergaang — dafür auch: arennen, bäigoen, anenärennen, -stoussen, widderrennen; -halen I intr. Verb.: «widerhallen» — cf. -gëllen, -schalen; -halen II trans. Verb.: «wiederholt vorwerfen» — cf. virhalen; -hall M.: «Widerhall» (Akustik); -hällig, -hälteg Adj. — lok. in dem Ausdruck: w. sin (obstruktiv, hemmend — von Personen gesagt); -lafen intr. Verb.: «schlechte Erfahrungen machen» — en as schéi widdergelaf — d'Meedchen as widdergelaf — cf. bäilafen; -läer, -leër M.: 1) «Widerlager» (Baukunde); 2) «Strebemauer» (Ga); -leën trans. Verb.: 1) (Ton: 3) «widerlegen» — hien huet him alles widderluegt; 2) (Ton: 1) «anlehnen» — en huet sech widdergeluegt — unfeste Verb.: lee dech nët w.!

 

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