WLM Wörterbuch der Luxemburgischen Mundart
 
Deimchen bis déjlech (Bd. 1, Sp. 58 bis 59)
 
Deimchen m., 1. dim. v. Daum, Däumlein. — èngem den Deimchen hâlen, behülflich sein, Köln: en Düümche halde. 2. Bitterling (Fisch), s. Brèssem.
 
deimelen va., mit dem Daumen und dem Zeigefinger prüfen, z. B. Obst.
 
Deimerlek m., Däumling.
 
Deimlek m., 1. Däumling; 2. Daumen des Handschuhs.
 
dein, deint pr., deines, n. s. von dein. — wât deint net ass, dât lôss leien, was dir nicht gehört, das laß liegen.
 
deischter a., dunkel, finster (eig. düster), E. deuster, nl. duister.
 
deischteren vn., dunkeln.
 
Deischtert f., Finsternis, nl. duisternis.
 
Deischterwald m., nur in der Redensart: ên an den D. dreiwen, in die Enge treiben, verwirren.
 
Deismeis  oder Deiesmeies m., Geld, l. deus meus.
 
Deit m., kleine Scheidemünze. — kên D. wⁱert sin, nichts wert sein.
 
deiten va., deuten.
 
Deitjen m., Deut (alte Scheidemünze); oft gebraucht zur Bezeichnung einer Kleinigkeit.
 
deitlech a., deutlich.
 
Deitlechkêt f., Deutlichkeit.
 
deitsch a., deutsch.
 
deitscht Haus n., frühere Besitzung der Deitschhären in Klausen.
 
deitsch Kaul f., Flurname in Klausen.
 
deitschen va., verdeutschen.
 
Deitschhär m., Deutschherrenritter.
 
Deitschlad npr., Deutschland.
 
Dei-us m., Tölpel, deien u. Us.
 
Deiwel m., Teufel, ags. dêoful, eng. devil, mnd. duwel, wf. dêwel. [Bd. 1, S. 58b] — 't ass mer ên D., es ist mir ein T., dh. gleichgültig. — der D. mecht kês op e klènge Kop (mecht op de greⁱsste Kop), der T. entleert sich nie auf einen kleinen Haufen, dh., der Zufall ist den Reichen günstiger als den Armen. — wât der D. net wêss, dât wêss èng âl Fra, was der T. nicht weiß, das weiß ein altes Weib. — ê Mesch ass dem ânere sein D., ein Mensch ist des andern Teufel. — op sin, ir der D. Schong ann Husen un hut, aus dem Bette sein, ehe der T. Schuhe und Strümpfe angezogen hat (sehr frühe). — dem D. ze schlècht sin, dem T. zu schlecht sein (gescheiter im Bösen als der T. selbst). — der D. mam Schwaz zeⁱen, den T. mit dem Schweife ziehen, dh. kein Geld haben. — èngem fir der D. daken, jemand keinen Dank wissen. — der D. schleⁱt seng Fra, hⁱe lâcht, a sî kreischt, sagt man, wenn Sonnenschein und Regen in rascher Folge abwechseln. — wan der D. mit ass, rascht en op èngem Möschtekop, wenn der T. müde ist, ruht er aus auf einem Misthaufen. — 't mèngt ên, der D. wir lass, man sollte glauben, der T. sei los. — der D. ass net eso schwârz, eweⁱ ên e môlt, der T. ist nicht so schwarz, wie man ihn malt. — wan der D. t Pärd hut, da ka en de Sudel och hulen, wenn der T. das Pferd hat, mag er auch den Sattel nehmen. — wan der D. d Ko hut, da ka en t Kaef och hulen. — des Deiwels sin, sich wie ein Teufel. — des D. gin, die Geduld verlieren.[Bd. 1, S. 59a] — weⁱ ket der D. un de Pâf? wie kommen Teufel und Priester zusammen? lautet die Gegenfrage, um eine unerwartete Zusammenstellung zu erklären. — der Deiwel hut Irzen op em gedrèsch, der Teufel hat Erbsen auf ihm gedroschen, dh. er ist pockennarbig. — sech tèlle weⁱ der D. am Weiwâsseschkèssel, sich wie toll gebärden.
 
Deiwelsbârt m., gemeine Küchenschelle (Pfl.).
 
Deiwelchen m., 1. kleiner Teufel; 2. kleines, äußerst lebendiges Kind.
 
Deiwelerei f., 1. nichtswürdige Handlung; 2. unentwirrbares Durcheinander.
 
Deiwelsbänner m., Teufelsbeschwörer.
 
Deiwelsbrôt m., Teufelskerl, unbändiger Mensch, eig. Teufelsbraten.
 
Deiwels-drèck m., Stinkasant (Pfl.).
 
Deiwelsfⁱescht f., Stinkbuschel riphaea.
 
Deiwelskêrel m., Teufelskerl.
 
Deiwelsklô f., Schlangenkraut.
 
Deiwels-ôfbass m., 1. Abschaum der Menschheit; 2. unausstehliches Weib; 3. Stierkrant, orobanche rapum; 4. Abbißkraut, Saxifraga succisa; 5. Skt. Peterskraut, Scabiosa succisa.
 
Deiwelsmöllech f., Lycopodium clavatum, s. Hèxemöllech.
 
Deiweltârk m., Art starker Barchent.
 
Deiwels-wûrzel f., ewiger Ampfer.
 
Deiwels - zwîr m., Quendel= Flachsseide.
 
Deiwenker m., Teufel. Die Endung el von Deiwel ist in enker verwandelt, um den Ausruf nicht zum Fluche zu stempeln. [Bd. 1, S. 59b] — d. D.! Teufel!
 
Déjen m., Degen.
 
dejeⁱnejen, derjenige, f. deⁱjeⁱ nech, n. dâtjeⁱnecht.
 
déjlech a., täglich, wf. deglik. — t déjlecht Brot, der Lebensunterhalt.

 

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