WLM Wörterbuch der Luxemburgischen Mundart
 
Hîrzel bis Hoerekuck (Bd. 1, Sp. 182 bis 183)
 
Hîrzel  m., Einlaßtürchen im Scheunentor, vergl. altfr. huissel; im 15. Jh. durzel, dîrzel. — mat dem H. wenken a mat der Scheierpârt op d Nus schlôen, mit dem E. winken und mit dem Scheunentor auf die Nase schlagen, dh. zuerst durch die Blume, dann in klarster Weise jemand etwas zu verstehen geben.
 
Hîrzel m., Hosendeckel (bei kleinen Knaben).
 
Hitchen m., Hütchen, dim. von Hutt.
 
hitibu!Zuruf an die Zugtiere; gr. ἴθι βοῦ; in Marseille gilt dasselbe Wort.
 
Hittmecher m., Hutmacher.
 
Hi-wé m., Hinweg.
 
Hiwel m., Hügel; ags. hofer, mhd. hübel, Köln. hovel, wf. hüewel, nds. hövel, hol. heuwel. — en H. fir e Bⁱerech hulen, einen H. für einen Berg ansehen.
 
hiwelech a., hügelig.
 
Hiwo  m., Klotz (bei einem Knabenspiel).
 
Hiwos-sau f., ein Knabenspiel.
 
Ho m., Hu. — an èngem H., in einem Nu.
 
f., 1. Hecke, Hag, s. Hèck; 2. Häufelpflug, s. Hôch.
 
Hoälter m., Hochaltar.
 
Hôbich f., Hain= oder Hagebuche; E. Honbucke, ss. hobâch.
 
hôbichen  a., 1. hainbuchen; 2. grob, ungeschlacht.
 
Hôbitz f., Radstelzpflug.
 
Hôch f., Häufelpflug, s. Hô.
 
Hochzeit f., Hochzeit. — 't ass kèng H. eso klèng, se brengt nach èng, keine Hochzeit ist so klein, sie bringt noch eine.
 
Hochzeitsdâch m., Hochzeitstag.
 
Hochzeitsgâscht m., Hochzeitsgast.
 
Hochzeitsgezei n., 1. Brautkleid; 2. feinere Kleidung überhaupt.[Bd. 1, S. 182b]
 
Hochzeitsrés f., Hochzeitreise.
 
Hôdâr m., Hagedorn.
 
Hôdâr m., Hagedorn, gemeiner Weißdorn.
 
hoddem! —nach rechts! (hott mit abgeschwächtem t und em, um), s. hott.
 
hodeitsch a., schriftdeutsch.
 
Hôen(l), Hagen (Dorf).
 
hoènter av., letztlich (Echternach).
 
Hôer n., Haar. — Hôer op der Zong hun, eine schneidige Zunge haben; mnd. hare, scharf, mnl. haartand, scharfer Zahn. — d H. geschwollen hun, geschwollene Haare haben, dh. Katzenjammer. — op en H. nô, auf Haaresbreite, beinahe. — H. eweⁱ 1. Fluss; 2. Seid; 3. Bûschten; 4. Bⁱesemsreiser, Haare wie 1. Flachs; 2. Seide; 3. Borsten; 4. Besenreiser. — sech an den Hôer leien, streiten. — dât häkt un èngem H., es hängt an einem Haar. — kên H. bèsser sin, um kein Haar besser sein. — Hôer lôssen, einen Verlust erleiden. — d Hôer tin èngem zu Bⁱerech, die Haare sträuben sich (vor Schrecken). — do ass kê gutt H. drun, daran ist kein gutes Haar. — en H. an der Zopp fannen, ein Haar in der Suppe finden. — 't ass, fir grô Hôer ze kreⁱen, man könnte sich zu Tode grämen (ärgern).
 
Hoer f., Hure.
 
Hôerbad n., Haarschleife.
 
Hôerbeidel m., 1. Haarbeutel; 2. Rausch.
 
Hôerbîscht f., Haarbürste.
 
hôerbrét a., haarbreit.
 
hôerech a., haarig.
 
Hoeregesîcht n., Gesichtsmaske (Diekirch).[Bd. 1, S. 183a]
 
Hoereglek n., unverdientes, unverschämtes Glück; dafür auch Bombesglek.
 
Hoerejéer m., sittenloser Mann.
 
Hoere-kad n., 1. Hurenkind; 2. Kaulbarsch (Fisch).
 
Hoere-kendchen n., Ballspiel, wobei dem Verlierenden ein Ball auf den Rücken geworfen wird.
 
Hoerekuck f., frecher, herausfordernder Blick eines Weibes.

 

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