WLM Wörterbuch der Luxemburgischen Mundart
 
kaupen bis Kâzeschwaz (Bd. 1, Sp. 215 bis 217)
 
kaupen,  v.
Kaup-âsch,  m.
kauscher,  a.
Kautebâch
Kautsch,  f.
Kautschefester,  f.
Kautschegrod,  m.
Kautscheplaz,  f.
Kâutschu,  m.
Kauz,  sm.
kauzech,  a.
Kauzechkêt,  f.
Kauzekapp,  m.
Kawêchel,  m.
Kawêchelchen,  n.
Kawêchelek,  m.
Kawêcher,  m.
Kawêcherchen,  m.
Kawêcherek,  m.
Kawènt,  m.
Kâz,  f.
Kâze-bockel,  m.
kâzech,  a.
Kâzefoss,  m.
Kâzekad,  f.
Kâzekapp,  m.
Kâzekîrwel,  m.
Kâzekleⁱ,  m.
Kâzekraut,  n.
Kâzelach,  n.
Kâzeleⁱft,  f.
Kâzemônt,  m.
Kâzemönz,  f.
Kâzemudder,  f.
Kâzemusek,  f.
Kâzenâ,  n.
Kâzendösch,  m.
Kâzendrèck,  m.
Kâzenèck,  m.
Kâzepèlz,  m.
Kâzeschwaz,  m.
Kâzetôt,  m.
kâzgrô,  a.
Kâzpelt
Keⁱ,  m.
Keⁱ,  pl.
Keⁱauder,  m.
Keⁱ-bauer,  m.
Keⁱbⁱerech
Keⁱchen,  f.
Kichen,  f.
Keⁱchen,  f.
Kècher,  m.
Keⁱdeⁱf,  m.
kedelech,  a.
Kⁱedeng
Keⁱdrèck,  m.
Keⁱer,  f.
keⁱer,  a.
kir,  a.
keⁱeren,  va.
Keⁱer-nol,  m.
keⁱfârwech blond
Keⁱfer,  m.
Keⁱferei,  f.
keⁱferen,  vn.
Keⁱferlösch,  f.
Keⁱferweid,  f.
Kèffer,  m.
kèfferen,  va.
Kèffler,  m.
Keⁱflapp,  m.
Keⁱfockert,  m.
Keⁱfoss,  m.
Keⁱ-frèckert,  m.
Keⁱfrek,  m.
Keⁱhaut,  f.
Keⁱhîrt,  m.
keichech,  a.
keichen,  vn.
Keichert,  m.
Keidel,  m.
keidelech,  a.
keidelen,  vn.
Keiken,  fpl.
Keil,  m.
Keilchen,  f.
keilen,  va.
Keilkapp,  m.
Keilkraut,  n.
keimen,  vn.
keimech,  a.
keimerech,  a.
Keimert,  m.
Kein,  m.
Keinegûrt,  m.
Keipchen,  f.
keipen,  va.
Keitchen,  m.
Keitschelchen,  f.
kaupen v., treten (vom Federvieh).
 
Kaup-âsch m., in Weiler zum Turm nennt man so ein erwachsenes Mädchen, das sich am Pfingstmorgen verschläft. An diesem Tage stellen die Burschen schon, ehe der Tag graut, vor den Häusern, in welchen heiratsfähige Mädchen wohnen, Spottsträuße auf, die aus Dörnern und allerhand Kraut gebildet sind. Die Mädchen machen sich ihrerseits früh aus den Federn, um das unwillkommene Angebinde zu entfernen, bevor ein anderer Dorfbewohner es gesehen, widrigenfalls singt man ihnen die Spottverse:

Kaupâsch,
Botterzopp,
En âner Jôr d Peischte meⁱ freⁱ op!


 
kauscher a., dem jüdischen Ritus gemäß (koscher) rein; hebr. koschêr, mhd. kôscher, Els. kauscher.
 
Kautebâch(l), Kautenbach (Dorf).
 
Kautsch f., 1. Mistbeet; fr. couche; 2. weiches Lager, Bett. — fasch K., falsches, dh. kaltes Beet.
 
Kautschefester f., Mistbeetfenster.
 
Kautschegrod m., Düngerde; (K. und Grod, Grund).
 
Kautscheplaz f., Treibhauspflanze.
 
Kâutschu m., 1. malayischer Milchbaum, Urceola elastica; 2. Kautschuk.
 
Kauz sm., 1. Kaulquappe (Fisch); 2. Kauz.[Bd. 1, S. 216a] — en drôleche K., eigenartige Person.
 
kauzech a., klein und tiefliegend (von den Augen, wie beim Käuzchen).
 
Kauzechkêt f., Launenhaftigkeit, Eigenart.
 
Kauzekapp m. Kaulquappe (Kauz und Kapp, Kopf), s. Kauz.
 
Kawêchel m., Eichhörnchen.
 
Kawêchelchen n., Eichhörnchen; trier. Eicherchen, angls. acvern, E. Kackeichhörnchen, wf. kaseik und aikerken.
 
Kawêchelek m., gemeiner Eichhorn.
 
Kawêcher m., Eichhörnchen.
 
Kawêcherchen m., Eichhörnchen.
 
Kawêcherek m., s. Kawêchelchen.
 
Kawènt m., Verlegenheit (Useldingen).
 
Kâz f., 1. Katze; 2. launisches Mädchen; 3. Geldbeutel. — dâ's fir d K., das ist ganz vergeblich; das taugt nichts. — e Bockel mâchen eweⁱ èng K. op èngem Schleiftên, einen Buckel machen wie eine Katze auf einem Schleifstein. — fasch eweⁱ èng K. — op d Feⁱss fâlen eweⁱ èng K., auf die Füße fallen wie eine Katze. — d Kâze lôssen t Mause net, die Katze läßt das Mausen nicht (natürliche Anlagen sind schwer zu ändern). — dé mecht eweⁱ d Kâzen, deⁱ vir lècken ann hanne krâzen, der macht wie die Katzen, die vorne lecken (freundlich tun) und hinten kratzen (hinter dem Rücken schimpfen). — sech verdrôen eweⁱ Kâzen ann Honn, sich vertragen wie Katzen und Hunde (immer zanken). — dém schlêft d K. de Mô net fort, der hat sich das Essen schmecken lassen. — en ass e Vull fir d K., er ist [Bd. 1, S. 216b] ein Vogel für die Katze, dh. er ist verloren. — d K. durech d Bâch schlêfen, die Katze durch den Bach schleppen, dh. die Unannehmlichkeiten zu tragen haben. — dât mecht der K. kê Bockel, das macht der Katze keinen Buckel, dh. das ändert nichts an der Sache. — d Kâz bei de Špèck pⁱeren, die Katze mit dem Speck zusammen einsperren, dh. eine Sache den schlimmsten Händen anvertrauen (den Bock zum Gärtner machen). — elo gin der K. d Hôer aus, jetzt gehen der Katze die Haare aus, dh. jetzt wird die Sache unaugenehm (auch: elo gêt der K. de Schwaz aus). — 't wor d K., es war die Katze, dh. niemand will der Schuldige sein (bei kleinen Vergehen, bes. der Kinder). — e Kâzelⁱewen hun, ein zähes Leben haben. — èng K. am Sâk kâfen, eine Katze im Sack kaufen. — èng blann K. fänkt râr èng Maus, eine blinde Katze fängt selten eine Maus. — wann d Kâze fort sin, da sin d Meis Mêschter, wenn die Katzen fort sind, dann sind die Mäuse Meister. — wann d Kâze sech wäschen, da get et Rén, wenn die Katzen sich waschen, dann wird es Regen (och wa se Grâs frⁱessen). — Kâzekanner mause gⁱer, Katzenkinder mausen gerne, dh. der Mensch überläßt sich leicht seinem natürlichen Hang. — d Kâz kuckt jo de Käser, die Katze beschaut ja den Kaiser, dh. der geringe Mann darf auch selbständig auftreten. Spielreim:

d Kâz hut de Foss weⁱ,

[Bd. 1, S. 217a]

de Kuder läft er no,
't ass kèng Kâz meⁱ do.

Buchstabierscherz:

A, B, C,
d Kâz hut de Foss weⁱ,

oderd'Kâz läft an de Schneⁱ,
de Kuder läft er no,
't ass kèng Kâz meⁱ do

oder't ass en Drèck meⁱ do.


 
Kâze-bockel m., gekrümmter Rücken.
 
kâzech a., eigensinnig (nach Katzenart).
 
Kâzefoss m., gemeines Habichtskraut, Hieracium Pilosella.
 
Kâzekad f., (eig. Katzenkind) schnippiges Mädchen; mnd. Kattenkind, Kätzchen.
 
Kâzekapp m., 1. Böller; (Kâz u. Kapp, Katzenkopf) E. Katzekop; 2. 2. Waldkauz (Vogel).
 
Kâzekîrwel m., gemeiner Erdrauch, Fumaria officinalis (Pfl.).
 
Kâzekleⁱ m., gemeiner Wundklee, Anthyllis vulneraria.
 
Kâzekraut n., 1. gebräuchlicher Baldrian, Valeriana officinalis; 2. Tausendgüldenkraut, Achillea Millefolium; 3. rundblättrige Malve, Malva rotundifolia.
 
Kâzelach n., Schlupfloch.
 
Kâzeleⁱft f., unverständige Mutterliebe.
 
Kâzemônt m., Februar.
 
Kâzemönz f., gemeine Katzenminze, Nepeta Latarica.
 
Kâzemudder f., Mutter, die ihre Kinder verzieht (Scheltwort).
 
Kâzemusek f., Katzenmusik.
 
Kâzenâ n., 1. Katzenauge, grünes Auge (das einen scharfen, wohl auch falschen Blick hat); 2. Acker=Krummhals, Lycopsis arvensis (Pfl.).
 
Kâzendösch m., Nebentisch, an den sich beim Essen die minder vornehmen oder jüngeren Gäste setzen.[Bd. 1, S. 217b]
 
Kâzendrèck m., 1. Katzenkot; 2. wertloser Gegenstand. — èppes ann èppes ass e Kâzendrèck, etwas ist Katzenkot, dh. die gebrauchte Bezeichnung ist zu unbestimmt. — dâ's kê Kâzendrèck, das ist nicht ohne Wert.
 
Kâzenèck m., Schmollwinkel.
 
Kâzepèlz m., Katzenfell.
 
Kâzeschwaz m., 1. Schwanz einer Katze; 2. mittlerer Wegerich; 3. Acker=Schachtelhalm.

 

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