WLM Wörterbuch der Luxemburgischen Mundart
 
neidech bis Neizen (Bd. 1, Sp. 298 bis 299)
 
neidech a., neidisch.
 
Neider m., Neider. — ech hu leⁱwer e N. eweⁱ e Matleider, ich erwecke lieber Neid als Mitleid. — wⁱe Neider hut, hut Brot, wⁱe kèng hut, leit Not.
 
neideren  vn., eutern, ein volles Euter bekommen (vorgesetztes n); nds. idderen.[Bd. 1, S. 298b]
 
Neidsâk m., neidischer Mensch.
 
Neiduref und Neidⁱerfchen(l), Neudorf.
 
Neidvull m., neidischer Mensch. — all Vulle tⁱerwen, nömmen de N. net, alle Vögel sterben, nur der Neidvogel nicht.
 
Neidwûrzel f., Neidnagel oder Niednagel.
 
Neiechkêt f., Neuigkeit.
 
Neiechkêtskreⁱmer m., Verbreiter von Neuigkeiten.
 
Neierok f., Neuerung.
 
Neiheisjen(l), Neuhäuschen (Dorf).
 
Neijéerchen n., Neujahrsgeschenk.
 
Neijôer n., Neujahr.
 
Neijong f., Neigung.
 
Neijôschbreⁱf m., Neujahrsbrief.
 
Neijôschdâch m., Neujahrstag.
 
Neilîcht n., Neumond.
 
Neimêrder, großer Würger (lanius excubitor); 2. übelgesinnter Mensch; s. Leimêrder. — deke N., geblummelechte N., grosse N., weisse N., großer Würger. — Krêsch dunn eweⁱ e N., schreien wie ein Würger. — gemènge, grôe, klènge N., rotrückiger Würger (lanius collurio). — rode N., mittlerer Neuntöter (lanius rufus); Eifel: neimehrdr.
 
Neimillen nprf., Mühle u. Sägewerk unweit Hoffelt; kommt vielfach als Ortsbezeichnung vor.
 
neimodesch a., neumodisch.
 
Neimônd m., Neumond.
 
Neinèck m., eigensinniger Mensch.
 
neinèckech a., eigensinnig.
 
Neip f., Verbeugung; hol. nijp., mhd. nupen, wanken.
 
neipen vn., 1. sich verbeugen 2. sitzend einschlafen; E. neipen, hol-? nijpen.
 
Neipreisen nprm., der 1871 an[Bd. 1, S. 299a] Deutschland abgetretene Teil von Lothringen.
 
Neipurt f., früheres Neutor in Luxemburg.
 
Neischnotz m., (neischt und notz) Nichtsnutz.
 
neischnotz a., was zu nichts taugt.
 
neischnotzech a., nichtsnutzig.
 
Neischnotzechkêt f., Nichtsnutzigkeit.
 
Neischt m., weiße Augensalbe (Zink). — N. ass gutt fir d Âen, nichts (auch eine Augensalbe, deshalb das Wortspiel) ist gut für die Augen.
 
neischt, nichts; ma. nischt, E. nuest. — n. do, nichts da! dh. ich will nicht. — glât n., gar nichts. — n. hannen a n. vir, nichts hinten und n. vorne, dh. gar nichts. — n. ass gur weⁱnech, nichts ist gar wenig. — wo n. ass, verleⁱert de Käser sei Rècht. — n. ze reissen a. n. ze beissen hun, nichts haben, um davon leben zu können.

— dé neischt wôt,
dé neischt wönnt,
dé neischt sicht,
dé neischt fönnt,

wer n. wagt, gewinnt nichts, wer n. sucht, findet nichts. — dé n. aus sech mecht, dén ass n., wer n. aus sich macht (sich nicht zur Geltung bringt), ist n. (wird nicht beachtet). — wo n. ass, gêt n. zo Schânen, wo n. ist, geht n. zu Schanden (Trost der Armut). — wo neischt ass, do brènnt de Špass, s. Špass. — n. mat n., dât schosselt sech [Bd. 1, S. 299b] net, n. mit n. gibt ein schlechtes Resultat, sagt man, wenn ein Armer eine Arme heiratet. — neischt fir onggutt, n. für ungut, sagt man, um eine mißliebige Äußerung, die man eben getan, zu entschuldigen.
 
Neischtert m., Tunichtgut.
 
Neisölwer n., Neusilber; auch preisescht S. genannt.
 
Neitât f., Neustadt.
 
Neît f., Nacht (Ösling); engl. night.
 
Neitjéerchen n. Neujahrsgeschenk.
 
neitral  a., neutral.
 
Neitraliteⁱt f., Neutralität.
 
Neizen(l), Neidhausen (Dorf).

 

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