WLM Wörterbuch der Luxemburgischen Mundart
 
Wolang bis Wôn (Bd. 1, Sp. 489 bis 490)
 
Wolang m., 1. Hochsteiger (Taube); fr. (pigeon) volant; 2. Federball; 3. Schwungrad; 4. Türflügel; 5. Teil des Frauenkleides.
 
Wolkebroch m., Wolkenbruch.
 
Wolker(l), Wolkringen, Dorf in der belgischen Provinz Luxemburg.
 
Woll f., Wolle. — sech d W. vum Rek frⁱesse lôssen. — net Schéfche si, weⁱ ê W. dreⁱt, anders sein, als man scheint.
 
Wollbⁱerech(l), Wollberg, Dorf in der belgischen Provinz Luxemburg.
 
Wollblumm f., Wollgras, Eriophorum.
 
Wolldöschtel f., stachelige Eselsdistel.
 
wollech a., wollig.
 
wöllech a., willig.
 
Wollef m., 1. Wolf; 2. Krebs (Krankheit); 3. Brunnenhaken; mnd. wullef; 4. abgebranntes Dochtende; 5. geldgieriger Mensch; 6. Traubenkorb; 7. Wollspinnmaschine. — dât Štek ass nach gutt fir de W. driwer ze lâfen, dieser Acker gibt keinen Ertrag. — de W. frösst och deⁱ gezêchent Schôf, der Wolf frißt auch[Bd. 1, S. 490a] die gezeichneten Schafe, dh. vor einem Diebe ist nichts sicher. — de W. am Bauch hun, den Wolf im Bauche haben, dh. sehr hungrig sein. — de W. verleⁱert seng Hôer, ower seng Naupe net, der W. verliert seine Haare, aber nicht seine Gelüste, dh. jung gewohnt, alt getan. — wan ê vum W. schwätzt, geseit ê schonn de Schwaz dervun, wenn man vom W. spricht, sieht man bereits dessen Schweif, sagt man, wenn eine Person, von der eben gesprochen wird, gerade dazukommt. — 't muss ên dem W. sei Pèz net verkâfe, bis dat ên en hut, man soll das Fell des W. nicht verkaufen, bis man den W. hat. — d Wöllef frⁱesse sech net önner sech. — e geseit aus eweⁱ e W., er sieht wild aus. — wⁱe bei de Wöllef ass, muss mathaulen.
 
Wöllefchen m., dim. v. Wollef, kleiner Wolf.
 
Wollefsdöschtel f., wilde Karde (Pfl.).
 
Wollefsdot m., vierblättrige Einbeere.
 
Wollefsfascht m., eine Schwammart.
 
Wollefsgesîcht n., Krummhals, Lycopsis arvensis (Pfl.).
 
Wollefshonger m., Wolfshunger.
 
Wollefsjuchd f., Wolfsjagd.
 
Wollefskraut n., 1. falsche Nieswurz; 2. gebräuchliche Klette.
 
Wollefsmöllech f., cypressenartige Wolfsmilch.
 
Wollefpitz m., Pommer (Hund).
 
wollefzech a., begierlich.
 
Wollek m., Wolke.
 
wollekech a., wolkig.[Bd. 1, S. 490b]
 
Wöllem nprm., Wilhelm; s. Gill und Giljôm.
 
wöllen a., wollen, aus Wolle.
 
wöllen va., wollen, mögen; mnd. wellen. — en hut net wot. — dén alles wöt, krit neischt, wer alles will, erhält nichts. — wölls de dât ênt, da wöll och dât ânert.
 
Wöllen m., Wille. — dei W., mei Fridd, dein Wille, mein Friede, dh. ich will, wie du willst. — mam Wölle gêt et net dur, der Wille genügt nicht. — wann ên de Kanner de W. dêt, da kreische se net. — mat guddem Wölle mecht ê vill.
 
Wöllent n., Wollzeug.
 
Wöllerbâch(l), Weilerbach; fr. Villers la bonne eau, Dorf in der belgischen Provinz Luxemburg.
 
wölles, willens. — ech si w., ich bin gesonnen.
 
Wollhoz n., Streicheisen (Spinnerei).
 
Wollkraut n., Königskerze (Pfl.).
 
Wollmârt m., Wollmarkt.
 
Wollpönner m., 1. Wollspinner; 2. altes Buch, Scharteke.
 
wollzech a., wollig.
 
wölper a., wund, aufgerieben.
 
wölperech a., wund.
 
Wolwen(l), Wolwelingen (Dorf).
 
Woz(l), Wiltz (Stadt); nprf. Wiltz (Bach).
 
womat av., womit.
 
Wôn m., 1. Wagen; 2. Unschlüssigkeit, vgl. Wache. — ze kûrz fir op e W., ze lâng fir op èng Kâr, zu kurz, um auf einen W., zu lang, um auf einen Karren (geladen zu werden), dh. zu nichts tauglich. — dât fönneft Râd am W., unnütz.[Bd. 1, S. 491a]

 

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