WLM Wörterbuch der Luxemburgischen Mundart
 
Wönneng bis Wötzblât (Bd. 1, Sp. 491 bis 492)
 
Wönneng f., Ertrag.
 
Wonner n., Wunder; wf. wunner. — dât get mech W., das nimmt mich W. — den eⁱweche W. verzⁱelen, lange plaudern.
 
wonneren va., wundern. — ech ka mech w., ich wundere mich.
 
wonnerlech a., wunderlich.
 
wönnerlech a., sonderbar, kindisch.
 
wonnerscheⁱn a., wunderschön.
 
Wonnerwⁱerk n., auffallend schöne Sache.
 
Wonnesch , genit. von Wonner: W. dènken, Wunder denken. — e mèngt, wât W. dat en hätt. — e mèngt, wât w. dat e gemâcht hätt, er glaubt, etwas Außerordentliches geleistet zu haben.
 
Wonnulech m., Schafgarbenkopf.
 
Wosch m., Wunsch.[Bd. 1, S. 491b]
 
wönsch a., schief.
 
wöschen va., wünschen. — wann ê wöscht, da muss ê w., dat et derwⁱert ass, wenn man wünscht, soll man dafür sorgen, daß es der Mühe wert ist. — wât ê wöscht, dât glêft ê gⁱer. — fir ze w. ann ze faschten, ka ên am Bètt leie bleiwen (braucht man sich nicht zu bemühen). — vn., èngem w., j. beglückwünschen.
 
wöscheswⁱert a., wünschenswert.
 
Wöntjer(l), Wintger (Dorf).
 
Wöntscher(l), Winscheringen (Dorf).
 
Wôp f., 1. Anzug; 2. Narbe; 3. Honigscheibe; Sbb. dasselbe Wort.
 
Wôpen m., Wappen.
 
Wöppel m., Wipfel.
 
woraus av., woraus.
 
Worref u. Worf m., 1. Wurf; 2. eine Anzahl von fünf Gegenständen, die man auf einmal mit der Hand fassen kann; 3. Sensengestell W. worf. — alt e klènge Su de Worf! nur herbei!
 
worop av., worauf.
 
worun av., woran.
 
wos, wenn, z. B. wos de net gês, da get et Šträpp.
 
Wösch m., 1. Sprengwedel; 2. Kräuterbündel, das auf Mariä=Himmelfahrt vom Priester gesegnet wird; 3. Wisch; 4. Bund (Stroh). — de W. an t Döppe kreⁱen, zu spät zum Essen kommen und nichts mehr vorfinden.
 
wöschen1. va., wischen; 2. vn., laufen.
 
Wöscher m., Wischer.
 
Wôschmⁱer n., Wagenfett.
 
Woscht m., Unrat, Wust; mnd. wôst.[Bd. 1, S. 492a]
 
Wöspel f., lebhaftes, kleines Mädchen; s. Wibbel.
 
wöspelech a., munter, lebhaft, unruhig; ital. vispo, mnd. wispelen, nicht still sitzen können; wf. wispelig.
 
wöspelen vn., unruhig sein; hol. wispelen, it. vispo, Els. wisplé.
 
Wöspeler m., Mensch, der nicht stille sitzen kann.
 
Wöspelesch f., sehr unruhiges Mädchen; hol. wespeltureg.
 
wösperen vn., s. pösperen.
 
Wossen n., Wissen (Ösling).
 
wössen va., wissen; pp. gewosst; imp. ind.: ech wosst u. ech wosst; imp. conj.: ech wösst, ech weⁱsst. — dén et net bèsser wêss, dém ass d Britt eso leⁱf eweⁱ t Flêsch. — dé wêss der Sâch Foss ze gin, der versteht es, eine Sache darzulegen. — ech wêss wéder hott noch hâr, ich weiß nicht wohin. — dé wêss, wivill Auer et ass, der weiß, wo er dran ist. — dé wêss, wo de Bârtel de Moschter hölt. — dé wêss, wât e sét, der sagt nichts, was er nicht überlegt hat. — ech wêss, wât ech hun, ower net wât ech kreⁱen. — hⁱe wêss am bêschte, wo de Schong en drekt (wo e krak ass). — 't ass neischt, wann ên et wêss (das Ei des Kolumbus). — 't wêss ê kêmol zevill (mé oft net genoch). — wât der Deiwel net wêss, dât wêss èng âl Fra. — wât ê net wêss, dât wêss dén âneren. — wât ê net wêss, mecht ê net hêss. — dén alles wösst, wär hûrtech reich. [Bd. 1, S. 492b] — zweⁱ wösse meⁱ weⁱ ên. — 't ka e net wössen, weⁱ den Hus läft. — dât hun ech mat Wössen a Wölle net gesôt.
 
Wössenschâft f., Wissenschaft.
 
Wôt f., Kleid; mhd. wât; s. Wôp. — seng bèscht W. unhun, seine besten Kleider anhaben.
 
Wôt f., Klippschwengel am Wagen.
 
Wötz m., Witz.
 
Wötzblât n., Witzblatt.

 

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