WLM Wörterbuch der Luxemburgischen Mundart
 
Worref bis Wuff (Bd. 1, Sp. 491 bis 493)
 
Worref u. Worf m., 1. Wurf; 2. eine Anzahl von fünf Gegenständen, die man auf einmal mit der Hand fassen kann; 3. Sensengestell W. worf. — alt e klènge Su de Worf! nur herbei!
 
worop av., worauf.
 
worun av., woran.
 
wos, wenn, z. B. wos de net gês, da get et Šträpp.
 
Wösch m., 1. Sprengwedel; 2. Kräuterbündel, das auf Mariä=Himmelfahrt vom Priester gesegnet wird; 3. Wisch; 4. Bund (Stroh). — de W. an t Döppe kreⁱen, zu spät zum Essen kommen und nichts mehr vorfinden.
 
wöschen1. va., wischen; 2. vn., laufen.
 
Wöscher m., Wischer.
 
Wôschmⁱer n., Wagenfett.
 
Woscht m., Unrat, Wust; mnd. wôst.[Bd. 1, S. 492a]
 
Wöspel f., lebhaftes, kleines Mädchen; s. Wibbel.
 
wöspelech a., munter, lebhaft, unruhig; ital. vispo, mnd. wispelen, nicht still sitzen können; wf. wispelig.
 
wöspelen vn., unruhig sein; hol. wispelen, it. vispo, Els. wisplé.
 
Wöspeler m., Mensch, der nicht stille sitzen kann.
 
Wöspelesch f., sehr unruhiges Mädchen; hol. wespeltureg.
 
wösperen vn., s. pösperen.
 
Wossen n., Wissen (Ösling).
 
wössen va., wissen; pp. gewosst; imp. ind.: ech wosst u. ech wosst; imp. conj.: ech wösst, ech weⁱsst. — dén et net bèsser wêss, dém ass d Britt eso leⁱf eweⁱ t Flêsch. — dé wêss der Sâch Foss ze gin, der versteht es, eine Sache darzulegen. — ech wêss wéder hott noch hâr, ich weiß nicht wohin. — dé wêss, wivill Auer et ass, der weiß, wo er dran ist. — dé wêss, wo de Bârtel de Moschter hölt. — dé wêss, wât e sét, der sagt nichts, was er nicht überlegt hat. — ech wêss, wât ech hun, ower net wât ech kreⁱen. — hⁱe wêss am bêschte, wo de Schong en drekt (wo e krak ass). — 't ass neischt, wann ên et wêss (das Ei des Kolumbus). — 't wêss ê kêmol zevill (mé oft net genoch). — wât der Deiwel net wêss, dât wêss èng âl Fra. — wât ê net wêss, dât wêss dén âneren. — wât ê net wêss, mecht ê net hêss. — dén alles wösst, wär hûrtech reich. [Bd. 1, S. 492b] — zweⁱ wösse meⁱ weⁱ ên. — 't ka e net wössen, weⁱ den Hus läft. — dât hun ech mat Wössen a Wölle net gesôt.
 
Wössenschâft f., Wissenschaft.
 
Wôt f., Kleid; mhd. wât; s. Wôp. — seng bèscht W. unhun, seine besten Kleider anhaben.
 
Wôt f., Klippschwengel am Wagen.
 
Wötz m., Witz.
 
Wötzblât n., Witzblatt.
 
wötzech a., witzig; klug.
 
woun av., woran.
 
wovun av., wovon.
 
wu (wo) Gott wöt! so Gott will!
 
wubelbènzech a., außer Rand und Band.
 
Wucht f., Wacht, Wachtposten.
 
Wuchtel f., Wachtel; Sbb. Wuachtel. Die Wachtel schlägt: Bek de Rek!
 
Wuchtelhod m., Wachtelhund; Sbb. dasselbe Wort.
 
Wuchtelkinek m., Knarrer (Vogel).
 
Wuchthaus n., Wachthaus.
 
Wuchttonn f., Wachtstunde.
 
Wuchttuff f., Wachtstube.
 
Wud f., 1. Wade; 2. schmaler Streifen Gras zwischen zwei Wiesen, welches der Mäher niedertritt, um die Grenzen beim Mähen einhalten zu können (d W. gôen); l. vadere. — Wuden eweⁱ en Hunn, W. wie ein Hahn (dünn).
 
wudderech a., geschäftig.
 
wudderen vn., immer in Bewegung sein.
 
wudegreⁱmech u. wudegrämmech a., steifbeinig; von Schweinen, die ihre Gliedmaßen nicht rühren können; auch budegreⁱmech.
 
Wudekläpper m., Männerrock mit langen Schößen; Els. Wadeklepfer.[Bd. 1, S. 493a]
 
Wudekrap m., Wadenkrampf.
 
Wuff m., unfreundlicher Mensch, Griesgram; ma. wuf, Geheul.

 

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